Die Safrangärtnerinnen am Schloss

Am 2. Juli 1485 vermerkt die Altenburger Amtsrechnung eine Zahlung an zwei Frauen für eine sehr konkrete Arbeit: Sie sollten Safran ausnehmen, hacken, jäten und wieder pflanzen. Der knappe Rechnungseintrag gehört zu den frühen schriftlichen Belegen für den Safrananbau am Altenburger Schloss.

Die Arbeit fand in den Gärten oberhalb des Schlosses statt. Dort wuchsen neben Safran auch Kräuter, Obstbäume, Hanf und weitere Nutzpflanzen. Die Gärten waren kein Schmuck am Rand der Residenz, sondern ein produktiver Arbeitsort, der zur Versorgung des Hofes beitrug.

Gerade der Safran verlangte regelmäßige Pflege. Die Knollen mussten zur passenden Zeit aus dem Boden genommen, bearbeitet und erneut gesetzt werden. Wie spezialisiert diese Arbeit war, zeigt ein Inventar des Altenburger Schlosses von 1515: Es nennt ausdrücklich zwei Safranhacken.

Die Namen der beiden Frauen aus dem Jahr 1485 kennen wir nicht. Spätere Rechnungen nennen jedoch weitere Frauen aus dem Umfeld des Schlosses, die immer wieder in den Gärten arbeiteten. Ihre Tätigkeiten erscheinen meist nur in kurzen Buchungssätzen – und geben dennoch einen seltenen Einblick in den Arbeitsalltag hinter dem Safrananbau.

Diese Geschichte richtet den Blick deshalb nicht auf Handel oder höfische Repräsentation, sondern auf die praktische Arbeit im Garten. Der Altenburger Safran war nur möglich, weil Menschen mit Erfahrung, Werkzeug und viel Handarbeit dafür sorgten, dass die Pflanzen Jahr für Jahr weiterkultiviert wurden.